FlatPress My FlatPress blog FlatPress Admin 2024 2024-02-22T05:37:19+00:00 Admin ~/ Konflikte im Home Office: Wie man sie effektiv bewältigt ~/?x=entry:entry240211-111056 2024-02-11T11:10:56+00:00 2024-02-11T11:10:56+00:00

Home_Office_Tricks.jpg
Konflikte sind ein integraler Bestandteil unseres Lebens, und seit dem Übergang zum Home Office sind sie zu einem noch häufigeren Phänomen in vielen Familien geworden. 
Der eingeschränkte Raum und die vermischten Rollen von Berufs- und Privatleben können zu Spannungen führen, die nicht immer leicht zu handhaben sind.
In dieser neuen Ära des New Work und des Home Office ist es entscheidend, konstruktive Wege zu finden, um diese Konflikte zu bewältigen. 
Oft liegt die Herausforderung nicht nur in der Konfliktsituation selbst, sondern auch in der Schwierigkeit, Verständnis und Empathie in einem Umfeld zu schaffen, das sowohl als Arbeitsplatz als auch als Zuhause dient.
Ein wesentlicher Schritt zur Lösung dieser Konflikte ist offene Kommunikation. 
Es ist wichtig, dass alle Beteiligten ihre Gefühle und Bedenken in einer ruhigen und respektvollen Weise äußern. 
Manchmal kann schon das einfache Aussprechen von Sorgen und Stressfaktoren helfen, die Spannungen zu verringern.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Vorausplanung. Indem man sich auf mögliche Konfliktsituationen vorbereitet und Strategien zur Deeskalation entwickelt, kann man vielen Problemen zuvorkommen. 
Dies könnte unter anderem die Etablierung klarer Arbeitszeiten und -bereiche innerhalb des Hauses oder das Festlegen von Regeln für die gemeinsame Nutzung von Räumen sein.
Abschließend lässt sich sagen, dass Konflikte im Home Office zwar herausfordernd sind, aber auch die Chance bieten, neue Wege der Zusammenarbeit und des Zusammenlebens zu entdecken und zu etablieren. Mit Empathie, Kommunikation und ein wenig Planung können diese Herausforderungen in Chancen für Wachstum und Verbesserung verwandelt werden. 
Wenn Konflikte schon eine Weile existieren, und festgefahren sind, hilft eine Mediation die Harmonie zurück ins Eigenheim zu bringen – dafür stehen wir dir natürlich jederzeit zur Seite.

Ein Beitrag von Phineas Speicher - angehender Wirtschaftspsychologe und geprüfter Mediator

Die Macht des Zuhörens: Wie Du durch Ich-Botschaften und Außenperspektive Deine Kommunikationsverbindungen stärkst ~/?x=entry:entry231204-195730 2023-12-04T19:57:30+00:00 2023-12-04T19:57:30+00:00

Aktives Zuhren.pngDurch aktives Zuhören kannst Du echte Verbindungen zu Menschen schaffen

In diesem Blogartikel erfährst Du, wie Du mit Ich-Botschaften und Perspektivwechseln Deine Kommunikationsfähigkeiten verbessern und tiefer mit anderen in Kontakt treten kannst. Entdecke praktische Tipps, um aufmerksamer zuzuhören und zu verstehen – der Schlüssel zu wertvollen Beziehungen.

Kennst Du das Gefühl, wenn Du mit jemandem sprichst, aber das Gefühl hast, dass Deine Worte nicht wirklich gehört werden? In unserer hektischen Welt vergessen wir manchmal, wie wichtig es ist, nicht nur zuzuhören, sondern aktiv zuzuhören.

Aktives Zuhören geht weit über simples Hinhören hinaus. Es bedeutet, sich wirklich auf das Gesagte zu konzentrieren, es zu verstehen und dem Gesprächspartner das Gefühl zu geben, dass er gesehen und gehört wird. Eine effektive Methode, um dies zu erreichen, sind die sogenannten Ich-Botschaften.

Ich-Botschaften: Dein Schlüssel zu erfolgreicher Kommunikation

Stell Dir vor, Dein Freund erzählt Dir von einem stressigen Tag bei der Arbeit. Anstatt zu sagen: „Du solltest das anders machen.“ oder „Du irritierst mich mit Deiner Aussage.”, könntest Du sagen: „Ich bin besorgt, wenn ich höre, dass Dein Arbeitstag so anstrengend war“. Der Unterschied? Anstatt den Fokus auf einen Ratschlag oder einen versteckten Vorwurf zu legen, teilst Du Deine eigenen Gefühle mit. Das signalisiert Verständnis und öffnet die Tür für eine tiefere Verbindung.

Die Kunst des Perspektivenwechsels

Ein weiteres mächtiges Werkzeug beim aktiven Zuhören ist, die Perspektive eines unbeteiligten Dritten zu nutzen. Diese meist in der Situation vergessene „neutrale“ Perspektive hilft, ein vollständigeres Bild der Situation zu erhalten. Das kann Missverständnisse vermeiden und Dich unterstützen, empathischer zu reagieren.

Lass uns auf ein Beispiel aus meinem Alltag schauen:
Es ist ein typischer Abend und ich sitze mit meiner Tochter am Esstisch. Die Spannung in der Luft ist spürbar und ich merke, dass etwas auf ihrem Herzen liegt. Anstatt einfach weiterzumachen, entscheide ich mich dafür, aktiv zuzuhören, um unsere Verbindung zu stärken.

Sie erzählt, dass sie in der Schule Schwierigkeiten hat und der Druck größer wird. Anstatt sofort Ratschläge zu geben, entscheide ich mich, ihr aktiv zuzuhören und mich in ihre Lage zu versetzen und biete ihr eine Außenperspektive an.

Ich sage zu Ihr: „Liebes, ich höre, dass Du in der Schule gestresst bist, und das macht mich nachdenklich. Ich erinnere mich an eine Freundin aus meiner Schulzeit, die ähnliche Herausforderungen hatte. Vielleicht könnten wir uns gemeinsam überlegen, wie sie damit umgegangen ist, und schauen, ob ihre Erfahrungen uns helfen können.“

Während ich spreche, halte ich Blickkontakt, um meine Aufmerksamkeit zu zeigen, und meine Körperhaltung signalisiert Verständnis und Bereitschaft. Meine Fragen sind offen und ermutigen meine Tochter, mehr von ihren Gefühlen und Erfahrungen zu teilen.

Sie fühlt sich gehört und verstanden. Sie öffnet sich mehr, teilt ihre Sorgen und Ängste. Indem ich aktiv zuhöre und authentisch auf ihre Gefühle eingehe, schaffe ich eine Verbindung, die über den Moment hinausgeht. Die Kongruenz von verbaler und nonverbaler Kommunikation verstärkt die Authentizität der Situation und zeigt ihr, dass ihre Gefühle wichtig sind.

Indem Du die Perspektive eines Dritten einbeziehst, vermeidest Du Schuldzuweisungen und schaffst Raum für Kreativität, Zusammenarbeit und neue Perspektiven.

Weitere Schlüsselelemente des Aktiven Zuhörens: verfeinere Deine Kommunikationsfähigkeiten

Neben den bereits besprochenen Aspekten des Aktiven Zuhörens gibt es weitere Techniken, die Deine Kommunikationsfähigkeiten ergänzen und auf eine neue Ebene heben können.

Zusammenfassen: 
Nachdem Du zugehört hast, ist das Zusammenfassen der erhaltenen Informationen ein entscheidender Schritt. Dies zeigt nicht nur, dass Du aufmerksam warst, sondern ermöglicht auch, eventuelle Missverständnisse sofort zu klären.

Fragen stellen: 
Das gezielte Hinterfragen zeigt nicht nur Interesse, sondern eröffnet auch neue Perspektiven. Stelle offene Fragen, die Raum für ausführliche Antworten schaffen und das Gespräch vertiefen.

Spiegeln: 
Wiederhole in eigenen Worten, was Dein Gesprächspartner gesagt hat und was Du verstanden hast. Dies zeigt nicht nur, dass Du aufmerksam bist, sondern ermöglicht auch, sicherzustellen, dass Du die Botschaft richtig verstanden hast.

Blickkontakt: 
Ein offener Blickkontakt signalisiert nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch Respekt. Er stärkt die Verbindung zwischen Gesprächspartnern und fördert das Vertrauen.

Körperhaltung: 
Deine Körperhaltung sendet starke Signale über Dein Interesse und Deine Bereitschaft aus, zuzuhören. Eine aufrechte und zugewandte Haltung zeigt Offenheit und Empathie.

Authentizität: 
Sei Du selbst. Authentizität schafft Vertrauen und ermöglicht eine tiefere Verbindung. Vermeide es, eine Fassade aufrechtzuerhalten, und zeige Dich so, wie Du wirklich bist. Dazu gehört auch…

Kongruenz von verbaler und nonverbaler Kommunikation: 
Achte darauf, dass Deine verbale und nonverbale Kommunikation übereinstimmen. Wenn Deine Körpersprache im Widerspruch zu Deinen Worten steht, kann dies Missverständnisse hervorrufen. Die Harmonie zwischen dem, was Du sagst, und wie Du es sagst, fördert ein klares und verständliches Gespräch.

Diese zusätzlichen Aspekte sind entscheidend, um das volle Potenzial des Aktiven Zuhörens auszuschöpfen. Indem Du sie in Deine Gespräche integrierst, wirst Du nicht nur effektiver kommunizieren, sondern auch die Qualität Deiner Beziehungen nachhaltig verbessern.

Fazit: Verbinde Dich durch aktives Zuhören

In der heutigen schnelllebigen Welt vergessen wir oft, wie wichtig es ist, sich wirklich aufeinander einzulassen. Aktives Zuhören in Kombination mit den vorgestellten Schlüsselelementen kann den Unterschied in unseren Beziehungen machen.

Also, das nächste Mal, wenn Du mit jemandem sprichst, versuche bewusst zuzuhören. Teile Deine Gefühle durch Ich-Botschaften mit und betrachte die Situation aus verschiedenen Blickwinkeln mithilfe einer Außenperspektive. Du wirst überrascht sein, wie sehr sich die Qualität Deiner Gespräche verbessert und wie viel tiefer Du Dich mit anderen verbinden kannst.

Mit uns von MEHR Miteinander kannst Du einen konkreten Schritt in Richtung einer erfüllenden und tiefgehenden Kommunikation gehen.

Neugierig? Dann schau auf unsere Kommunikationsangebote unter www.mehr-miteinander.com/Unsere-Leistungen/Workshops/

Wir freuen uns darauf, Dich auf diesem Weg zu begleiten!

Jetzt erstmal viel Spaß und Erfolg beim Ausprobieren dieser Techniken in Deinem nächsten Gespräch!

Ein Beitrag von Marcus Kolb – geprüfter Mediator, Systemischer- und Agile Coach

„Gewaltfreie Kommunikation“ und was wir daraus für unsere Kommunikation lernen können ~/?x=entry:entry231020-115333 2023-10-20T11:53:33+00:00 2023-10-20T11:53:33+00:00

Gewaltfreie Kommunikation.pngDenjenigen, die gerne ihre eigenen Kommunikationsmuster hinterfragen und nach Möglichkeiten suchen, in Stresssituationen und im Konflikt authentischer, empathischer und verbindlicher zu kommunizieren (ohne verbalen Angriff und Gegenangriff), gibt die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach M. Rosenberg wirksame Impulse.

Kann Kommunikation „gewalttätig“ sein?

Gewaltfrei – ein Wort, das bei mir eine Menge Assoziationen auslöst, die mit dem Wort Gewalt verbunden sind. Als ich das erste Mal Kontakt mit dem Konzept der Gewaltfreien Kommunikation hatte, habe ich mir die Frage gestellt, ob Kommunikation denn wirklich gewalttätig sein kann.

Was denkst Du, wenn Du folgende Sätze liest?

„Weil Du einfach zu ungenau bist, haben wir das Projekt vermasselt.“

„Das Problem ist schlicht und einfach, dass Du zu wenig moralischen Kompass hast.“

„Immer kommst Du zu spät – das ist respektlos.“

„Du grenzt mich aus, wenn Du mir keine Informationen gibst und lässt mich in die Falle tappen. Wenn das so weitergeht, muss ich zum Chef gehen.“

Wenn ich diese Sätze lese, möchte ich nicht in der Haut der Person stecken, die sie „um die Ohren gehauen“ bekommen hat.

Meine Antwort ist deshalb: Ja, Kommunikation kann gewalttätig sein.

Was ist das Problem bei diesen Sätzen:

- sie bewerten
- sie unterstellen
- sie weisen Schuld zu
- sie verurteilen
- sie generalisieren
- sie drohen …

Der Kerngedanke der Gewaltfreien Kommunikation in vier Schritten

Der Kerngedanke der Gewaltfreien Kommunikation ist ein Vier-Schritt-Modell, mit dessen Hilfe die eigenen Beobachtungen, Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche nicht als Angriff formuliert werden, sondern vielmehr empathisch, authentisch, verbindend und konfliktentschärfend.

Denke einmal an eine Konfliktsituation, die Du kürzlich erlebt hast und überlege Dir Folgendes:

1. Deine Beobachtungen – bitte beschreibe wertfrei, was Du in dieser Situation gesehen, gehört oder gelesen hast …

2. Deine innere Stimmung, Dein Gefühl in der Situation – bitte beschreibe, wie es Dir mit dem ging, was Du gesehen, gehört oder gelesen hast …
(vielleicht warst Du traurig, wütend, enttäuscht, frustriert, müde, ratlos, unglücklich, deprimiert)

3. Deine Bedürfnisse sind dann …
(vielleicht: Raum zu haben, gesehen zu werden, etwas gestalten zu können, dazuzugehören, akzeptiert zu werden, Vertrauen, Sicherheit, Klarheit, Verständnis, Erfolg, Sinn zu erleben)

4. Deine konkret erfüllbare Bitte ist …
(vielleicht „Wärst Du bereit, …“, „Ich würde mir wünschen, …“)

Die Fallen – und wie Du sie vermeidest

Die Bewertung:

Meist ist es gar nicht so leicht, eine reine Beschreibung einer Beobachtung abzugeben. Es rutscht leicht eine Bewertung in die Beschreibung. Konzentriere Dich deshalb auf Sehen, Hören, Lesen und vermeide Interpretationen und Hypothesen.

Das unechte Gefühl:

Anhand der Beispiele in der Übung siehst Du, was mit einem Gefühl gemeint ist. Wenn ich z. B. in einer Mediation folgendes „Gefühl“ höre: „Ich habe mich ausgegrenzt gefühlt!“, könnte ich die Frage stellen: „Und wie hat sich das angefühlt? Warst Du wütend, traurig …?“
Denn „sich ausgegrenzt fühlen“ ist ein sogenanntes unechtes Gefühl, das beim Gegenüber als Schuldzuweisung: „Du hast mich ausgegrenzt“, ankommen kann. Die Folge ist oft Rechtfertigung oder ein Gegenangriff, der vielleicht mit „Du hast aber …“ anfängt.

Das eigene Bedürfnis erkennen:

Die Frage nach den eigenen Bedürfnissen stellen sich viele von uns nicht jeden Tag. In der Arbeit mit meinen Klientinnen und Klienten hat es sich deshalb bewährt, zum Einstieg eine Bedürfnisliste zu nutzen, um sich Klarheit über die eigenen Bedürfnisse zu verschaffen und zu trainieren, sie auch zu benennen. Denn auch das ist nicht alltäglich. Einige Beispiele für Bedürfnisse, die möglicherweise nicht befriedigt sind, wenn Du Dich z. B. traurig, ängstlich oder wütend fühlst, findest Du oben in der Übung.

Forderung statt Wunsch:

Handelt es sich tatsächlich um einen Wunsch bzw. eine Bitte, die Du formulieren willst? Es hilft, sich nochmal in das Gegenüber hineinzuversetzen und auch zu überlegen, ob es sich um einen erfüllbaren Wunsch handelt.

Ich habe, als ich mich das erste Mal mit Gewaltfreier Kommunikation beschäftigt habe, die vier Schritte für verschiedene Situationen aus der Vergangenheit für mich ausformuliert, um so Schritt für Schritt Routine dabei zu gewinnen. Mir hat es geholfen.

Ein Formulierungsbeispiel

„Du grenzt mich aus, wenn Du mir keine Informationen gibst und lässt mich in die Falle tappen. Wenn das so weitergeht, muss ich zum Chef gehen.“

1. Die Beobachtung: „Mir ist aufgefallen, dass ich nichts von der neuen Arbeitsanweisung zum Thema xy wusste. Ich habe einen schwerwiegenden Fehler bei der Bearbeitung von xy gemacht.“

2. Das Gefühl: „Ich war schockiert und auch ein bisschen frustriert.“

3. Das Bedürfnis: „Ich habe das Bedürfnis, meine Arbeit so genau wie möglich zu machen, um zu vermeiden, dass Fehler auf mich und unser Team zurückfallen.“

4. Der Wunsch: „Ich würde mir wünschen, dass wir uns einmal im Team zusammensetzen und überlegen, wie wir uns einander über Neuerung informieren können.“

Vorteile der Nutzung von Gewaltfreier Kommunikation im Team

- Chance zur Lösung von Konfliktsituationen
- Reduzierung von Missverständnissen
- Förderung einer offenen und empathischen Kommunikation
- Mehr Zufriedenheit durch vertrauensvollere und effektivere Zusammenarbeit

Wenn Du mehr zum Thema Kommunikation und Konfliktlösung im Team erfahren möchtest oder Unterstützung mit dem Blick von außen für Dein Team suchst, sind wir von Mehr Miteinander gerne für Dich und Dein Team da. 

Melde Dich einfach bei uns.

Ein Beitrag von Katharina Temme – zertifizierte Mediatorin, Systemischer Coach und New Work Coach

Die richtige Wortwahl im Konflikt finden: Ich-Botschaften, Du-Botschaften und die vier Seiten einer Nachricht ~/?x=entry:entry230909-094604 2023-09-09T09:46:04+00:00 2023-09-09T09:46:04+00:00

Die richtige Wortwahl im Konflikt kennen.jpg
Effektive Konfliktkommunikation kann durch die richtige Wortwahl erleichtert werden. Die Verwendung von Ich-Botschaften, Du-Botschaften und dem Vier-Ohren-Modell, kann dabei helfen diese zu finden.

Hallo und willkommen zu diesem Blog-Beitrag! Lasst uns ehrlich sein: Konflikte passieren. Sie sind Teil des Lebens, ob mit Freunden, Familie oder Kollegen. Wir sind alle unterschiedlich, richtig? Wir haben verschiedene Vorstellungen davon, was wichtig ist, was wir benötigen und wie die Welt funktionieren sollte. Und manchmal – okay, ziemlich oft – führt das zu Reibereien und Missverständnissen.
Aber keine Sorge, es gibt Wege, damit umzugehen! Kommunikation ist der Schlüssel, und heute schauen wir uns eine wertvolle Strategie an. Wir reden über „Ich-Botschaften“, „Du-Botschaften“ und die „Vier Seiten einer Nachricht“. Klingt kompliziert? Ist es aber nicht! Also, bleibt dran, es wird spannend.

Ich- und Du-Botschaften
Die Art, wie wir unsere Botschaften formulieren, kann entscheidend sein, insbesondere in Konfliktsituationen. „Du-Botschaften“ können oft als Vorwürfe verstanden werden und tragen zur Eskalation bei. „Ich-Botschaften“ hingegen signalisieren, dass man selbst die Verantwortung für die eigenen Gefühle und die eigene Wahrnehmung und Deutung behält. Durch diese bewusste Formulierung öffnen wir den Raum für einen konstruktiven Dialog öffnen und ermöglichen eine effektive Konfliktlösung. Diese Offenheit und Bereitschaft zur Lösung des Konflikts laden zur Empathie ein und öffnen den Raum für einen effektiven Dialog.

Ein Beispiel
Stellt Euch vor, Ihr teilt Euch mit Eurem Mitbewohner eine Wohnung und der Abwasch stapelt sich in der Küche. Ihr könntet jetzt natürlich platzen und sagen: „Du lässt immer alles stehen, das ist echt unmöglich!“ Zugegeben, das würde sich in dem Moment wahrscheinlich richtig gut anfühlen. Aber was passiert? Euer Mitbewohner geht in die Defensive, und bevor ihr es wisst, fliegen die Teller (hoffentlich nur sprichwörtlich).
Jetzt stellt Euch vor, Ihr atmet tief durch und sagt stattdessen: „Ich fühle mich in der Küche nicht mehr wohl, wenn das Geschirr sich stapelt. Könnten wir gemeinsam eine Lösung finden?“ Ihr habt gerade eine „Ich-Botschaft“ gesendet. Was passiert jetzt? Euer Mitbewohner fühlt sich wahrscheinlich weniger angegriffen und ist eher bereit, das Problem zu lösen. Und wer weiß, vielleicht entdeckt ihr gemeinsam, dass Abwaschen mit der richtigen Playlist sogar Spaß machen kann!

Die Vier Seiten einer Nachricht
Neben den „Ich-“ und „Du-Botschaften“ gibt es ein weiteres nützliches Modell für die Kommunikation im Konflikt: die Vier Seiten einer Nachricht von Friedemann Schulz von Thun, auch bekannt als das Vier-Ohren-Modell. Das Modell beschreibt, dass jede Form der Kommunikation über vier Ebenen „gesendet“ und „empfangen“ werden können. Dabei muss die Intention des Senders nicht vom Empfänger im selben Sinne verstanden werden.

Betrachten wir das Beispiel: „Ich finde, Du könntest öfter abwaschen.” Die vier Seiten dieser Nachricht könnten wie folgt interpretiert werden:

Sachebene: Die Aussage ist, dass der Sprecher möchte, dass der Empfänger öfter abwäscht.
Selbstoffenbarung: Der Sprecher zeigt, dass ihm Sauberkeit wichtig ist.
Beziehungsebene: Je nach Tonfall und Kontext könnte die Aussage als Kritik oder als Bitte interpretiert werden.
Appell: Der Sprecher fordert den Empfänger indirekt dazu auf, öfter abzuwaschen.

Missverständnisse auf vier Ebenen
Das Vier-Ohren-Modell hilft uns, mögliche Quellen für Missverständnisse zu erkennen. Beispielsweise könnte der Empfänger der oben genannten Nachricht sich angegriffen oder kritisiert fühlen, wenngleich die Absicht des Sprechers nur darin bestand, eine einfache Beobachtung oder Bitte zu äußern.

Selbst einfache Sätze können zu einer Vielzahl von Interpretationen und damit Missverständnissen führen. In einem Konflikt kann dieses Phänomen die Situation weiter verschärfen. Daher ist es wichtig, sich sowohl als Sender als auch als Empfänger einer Nachricht der verschiedenen Ebenen bewusst zu sein.

Zum Abschluss
Vielen Dank, dass Du bis zum Ende gelesen hast! Was wir hier besprochen haben, ist im Grunde ganz einfach, aber wichtig: Es geht darum, wie wir in schwierigen Situationen miteinander reden. Die Wahl der Worte kann einen großen Unterschied machen. Sagen wir „Du machst nie den Abwasch!“ oder sagen wir „Ich fühle mich überlastet und wünsche mir, öfter Hilfe beim Abwasch“? Der Ton macht die Musik, oder?
Ich erinnere mich an eine Situation mit einem Freund von mir. Er sagte mir ständig, wie ich meine Zeit besser nutzen könnte. Anfangs fühlte ich mich angegriffen. Aber dann haben wir offen darüber gesprochen. Ohne es bewusst zu beabsichtigen, formulierte er es um in eine „Ich-Botschaft“ und sagte: „Ich mache mir Sorgen, dass Du gestresst bist und denke, eine bessere Zeitplanung könnte helfen.“ Plötzlich fühlte ich mich nicht mehr kritisiert, sondern verstanden. Ich war sogar ganz gerührt, dass er sich solche Gedanken um mich machte.
Im Nachhinein erkannte ich auch wieder den Wert der Vier-Ohren: Seine ursprüngliche Nachricht konnte auf verschiedenen Ebenen interpretiert werden. Er wollte mir helfen (Appell), zeigte, dass er sich um mich sorgt (Selbstoffenbarung), aber es kam als Kritik bei mir an (Beziehungsebene). Als wir das erkannten, wurde alles viel einfacher. Die richtige Wortwahl kann der Unterschied sein, der den Unterschied macht.

Also, Ihr Lieben, Kommunikation ist ein lebenslanges Lernen. Es lohnt sich wirklich, diese kleinen Tricks im Alltag anzuwenden. Sie können nicht nur Streitigkeiten vermeiden, sondern auch jede Art von Gespräch verbessern.
Falls ihr Fragen oder Ideen habt, wie man noch „Mehr Miteinander“ reden kann, meldet Euch einfach! Bis dahin, bleibt gesprächsbereit!

Achja, falls Ihr weitere Einzelheiten zu den Ich/Du Botschaften wissen möchtet, kann ich Euch den entsprechenden Wikipedia Artikel empfehlen. Wollt Ihr mehr zu den vier Ohren wissen, dann habe eine interessante Seite gefunden, die Euch mit Einzelheiten und animierten Videos zum Thema versorgt.

Mit konstruktiven Grüßen

Phineas Speicher, Mediator und angehender Psychologe

Konfliktlösung im Team – Workshop oder Mediation? ~/?x=entry:entry230628-220532 2023-06-28T22:05:32+00:00 2023-06-28T22:05:32+00:00

Konflikte austragen.jpg„Nichts ist so beständig wie der Wandel.“ Das gilt im besonderen Maße für die Dynamiken, mit denen wir es zu tun haben, wenn wir Teams im unternehmerischen Kontext begleiten.
Ein starres Konzept mit hartem, durchgetaktetem Fahrplan steht der konstruktiven Konfliktbearbeitung eher im Weg, als dass es hilft. Sorgfältige Beobachtung und wiederholte Anpassung der Methoden in der Begleitung eines Teams in Abhängigkeit zu den Dynamiken, die sich ergeben, sind hier eher erfolgversprechend.

Wenn Vorgesetzte Mediationen beauftragen

Wenn Vorgesetzte oder Unternehmensleitungen uns kontaktieren, weil sie zu der Überzeugung gekommen sind, dass professionelle und neutrale Interventionen bestehende Konflikte wahrscheinlich schneller auflösen können und dadurch wieder eine solide Arbeitsgrundlage geschaffen werden kann, bevorzugen sie häufig eine Mediation als Mittel der Wahl.

Tragfähige Einigungen brauchen Vertrauen und Freiwilligkeit

Mediation als strukturiertes Verfahren hat immer das Ziel, eine Vereinbarung zwischen den beteiligten Konfliktparteien herbeizuführen. Dass Vorgesetzte oder Unternehmensleitungen hieran ein starkes Interesse haben, ist nachvollziehbar, lässt aber unberücksichtigt, dass tragfähige Vereinbarungen auf Vertrauen und – ganz wesentlich – auch auf Freiwilligkeit beruhen. Ordnet eine vorgesetzte Person eine Mediation an, muss Freiwilligkeit zumindest hinterfragt werden. Oft ist wohl eher davon auszugehen, dass die beteiligten Konfliktparteien sich unter Druck sehen, eine Einigung zu erzielen, da anderenfalls ggf. nicht nur die Arbeitsbeziehung, sondern vielleicht die eine oder andere Vertragsbeziehung gefährdet ist.

Diffuse Gemengelagen im Teamgeschehen

Wenn Konflikte das Teamgeschehen kennzeichnen, haben wir es oft mit einer diffusen Gemengelage zu tun, weil eben mehrere Personen beteiligt sind. Vielleicht wird der Konflikt von diesen Beteiligten mit ähnlichen Worten beschrieben, das heißt aber noch lange nicht, dass sie ihn alle auf die gleiche Weise erleben und bewerten. Was für den einen emotional einer Katastrophe gleichkommt, kann für die andere eher den Charakter einer lästigen Störung haben. Diese Unterschiede werden auf den ersten Blick aber nicht wahrnehmbar, denn die Teammitglieder führen aufgrund der konfliktären Situation naturgemäß viele Gespräche, in denen die jeweiligen Positionen der Einzelnen oft mit viel Nachdruck, mit Ärger, vielleicht Wut, in jedem Fall aber mit großer Betroffenheit vorgetragen werden.

Gruppendynamik und Gruppensprech

Diese oft lauten Töne entfalten Wirkung. Sie befeuern das gruppendynamische Geschehen, was regelmäßig dazu führt, dass Kommunikationen und Verhaltensweisen entstehen, die – würde man mit den einzelnen Teammitgliedern in die Auseinandersetzung gehen – so nicht vorkommen würden. Die Gruppe hat eine Position, die sie in Richtung Konfliktgegner vertritt, sie handelt eher geschlossen, und die Haltungen der Einzelnen bleiben zunächst unerkannt hinter der Gruppenhaltung zurück.

Politik der kleinen Schritte

Lösungsorientiertes Vorgehen verlangt hier häufig eine Politik der kleinen Schritte und bedient sich dabei wesentlicher Strukturelemente der Mediation, ohne dass dieser Prozess zwingend in das Format Mediation gegossen werden müsste. Hier ist es oft von wesentlicher Bedeutung, dass in kleineren Schritten gearbeitet wird und zwischen den Schritten Zeit besteht, Erfahrenes, Gehörtes und Gedachtes zu verarbeiten. Diese Zwischenzeit wird vor allem für die emotionale Verarbeitung benötigt, die sich dem rationalen Denken weitgehend entzieht und vorrangig im Unterbewussten stattfindet. Eine professionelle Begleitung ist sensibel für die jeweilige Verarbeitungsgeschwindigkeit der beteiligten Personen und wird das Gesprächsgeschehen entsprechend steuern.

Ziele, Interessen und Wünsche mit ihren dahinter liegenden Bedürfnissen

Unabhängig davon wird sie herauszufinden versuchen, was genau die Ziele, Interessen und Wünsche aller Beteiligten eigentlich sind und auf welchen dahinterliegenden Bedürfnissen sie jeweils beruhen. Dafür ist es zwingend erforderlich, dass die Beteiligten nacheinander und einzeln Raum und Zeit erhalten, diese Fragen jeweils mit eigenen Worten zu beantworten. Die anderen Gruppenmitglieder hören zu und können hier die Erfahrung machen, dass sich nach und nach ein deutlich differenzierteres Bild der bestehenden Situation ergibt. Der „Gruppensprech“ gerät in den Hintergrund. Ein größeres Puzzle mit deutlich mehr Puzzleteilen ist das Ergebnis.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Jetzt können sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede in den Beschreibungen identifiziert und festgehalten werden. Hier stellt sich dann vielleicht auch heraus, dass die vermeintlich zuvor von den Gruppenmitgliedern wahrgenommenen „Lager“ längst nicht so homogen und stabil sind, wie zuvor angenommen. Das ist dann der Moment, in dem sich Verkrustung und Erstarrung nach und nach lösen, der Tunnelblick abfällt, und die Chance besteht, den Lösungsraum für alle Beteiligten wieder deutlich zu vergrößern.

Wenn der Lösungsraum größer wird

Wenn dieser Meilenstein erreicht ist, wächst bei den Beteiligten meist auch wieder die Fähigkeit die Perspektive des Gegenübers einzunehmen und mit der eigenen Wahrnehmung abzugleichen. Die Erzählungen werden milder und großzügiger, die Bereitschaft die Bedürfnisse des anderen als berechtigte Anliegen anzuerkennen, nimmt zu. Jetzt kann gemeinsam nach Lösungen gesucht und über solche nachgedacht werden, die für alle Beteiligten zu einem akzeptablen Ergebnis führen können.

Format und Rahmen im Prozess abstimmen

Auftraggebende im Unternehmenskontext haben häufig das Bedürfnis und oft auch die Notwendigkeit, den Rahmen einer professionellen Konfliktbegleitung im Vorfeld abzustimmen. Sicher lässt sich ein grober Rahmen auch jeweils eingrenzen, der als Grundlage für eine Beauftragung funktionieren kann. Gleichzeitig ist der Erfolg der Arbeit abhängig von der Dynamik, die wiederum von den einzelnen Schritten im Prozess abhängig ist.
Vertrauen und Transparenz im Hinblick auf den jeweiligen Stand und Erfolg der Prozessbegleitung helfen hier im gemeinsamen Austausch, den grob gesteckten Rahmen nicht zu verlassen bzw. ihn in gemeinsamer Abstimmung zu verringern oder zu erweitern.

Wir freuen uns, Dich und Dein Team bei der Konfliktlösung zu unterstützen!

Ein Beitrag von Gabriele Unützer – geprüfte Mediatorin und Systemischer Coach