Mehr Miteinander
Mediation Coaching Workshops


Unser Blog zu den Themen Mediation – Coaching – Workshops

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09.09.2023

Die richtige Wortwahl im Konflikt finden: Ich-Botschaften, Du-Botschaften und die vier Seiten einer Nachricht

Die richtige Wortwahl im Konflikt kennen.jpg
Effektive Konfliktkommunikation kann durch die richtige Wortwahl erleichtert werden. Die Verwendung von Ich-Botschaften, Du-Botschaften und dem Vier-Ohren-Modell, kann dabei helfen diese zu finden.

Hallo und willkommen zu diesem Blog-Beitrag! Lasst uns ehrlich sein: Konflikte passieren. Sie sind Teil des Lebens, ob mit Freunden, Familie oder Kollegen. Wir sind alle unterschiedlich, richtig? Wir haben verschiedene Vorstellungen davon, was wichtig ist, was wir benötigen und wie die Welt funktionieren sollte. Und manchmal – okay, ziemlich oft – führt das zu Reibereien und Missverständnissen.
Aber keine Sorge, es gibt Wege, damit umzugehen! Kommunikation ist der Schlüssel, und heute schauen wir uns eine wertvolle Strategie an. Wir reden über „Ich-Botschaften“, „Du-Botschaften“ und die „Vier Seiten einer Nachricht“. Klingt kompliziert? Ist es aber nicht! Also, bleibt dran, es wird spannend.

Ich- und Du-Botschaften
Die Art, wie wir unsere Botschaften formulieren, kann entscheidend sein, insbesondere in Konfliktsituationen. „Du-Botschaften“ können oft als Vorwürfe verstanden werden und tragen zur Eskalation bei. „Ich-Botschaften“ hingegen signalisieren, dass man selbst die Verantwortung für die eigenen Gefühle und die eigene Wahrnehmung und Deutung behält. Durch diese bewusste Formulierung öffnen wir den Raum für einen konstruktiven Dialog öffnen und ermöglichen eine effektive Konfliktlösung. Diese Offenheit und Bereitschaft zur Lösung des Konflikts laden zur Empathie ein und öffnen den Raum für einen effektiven Dialog.

Ein Beispiel
Stellt Euch vor, Ihr teilt Euch mit Eurem Mitbewohner eine Wohnung und der Abwasch stapelt sich in der Küche. Ihr könntet jetzt natürlich platzen und sagen: „Du lässt immer alles stehen, das ist echt unmöglich!“ Zugegeben, das würde sich in dem Moment wahrscheinlich richtig gut anfühlen. Aber was passiert? Euer Mitbewohner geht in die Defensive, und bevor ihr es wisst, fliegen die Teller (hoffentlich nur sprichwörtlich).
Jetzt stellt Euch vor, Ihr atmet tief durch und sagt stattdessen: „Ich fühle mich in der Küche nicht mehr wohl, wenn das Geschirr sich stapelt. Könnten wir gemeinsam eine Lösung finden?“ Ihr habt gerade eine „Ich-Botschaft“ gesendet. Was passiert jetzt? Euer Mitbewohner fühlt sich wahrscheinlich weniger angegriffen und ist eher bereit, das Problem zu lösen. Und wer weiß, vielleicht entdeckt ihr gemeinsam, dass Abwaschen mit der richtigen Playlist sogar Spaß machen kann!

Die Vier Seiten einer Nachricht
Neben den „Ich-“ und „Du-Botschaften“ gibt es ein weiteres nützliches Modell für die Kommunikation im Konflikt: die Vier Seiten einer Nachricht von Friedemann Schulz von Thun, auch bekannt als das Vier-Ohren-Modell. Das Modell beschreibt, dass jede Form der Kommunikation über vier Ebenen „gesendet“ und „empfangen“ werden können. Dabei muss die Intention des Senders nicht vom Empfänger im selben Sinne verstanden werden.

Betrachten wir das Beispiel: „Ich finde, Du könntest öfter abwaschen.” Die vier Seiten dieser Nachricht könnten wie folgt interpretiert werden:

Sachebene: Die Aussage ist, dass der Sprecher möchte, dass der Empfänger öfter abwäscht.
Selbstoffenbarung: Der Sprecher zeigt, dass ihm Sauberkeit wichtig ist.
Beziehungsebene: Je nach Tonfall und Kontext könnte die Aussage als Kritik oder als Bitte interpretiert werden.
Appell: Der Sprecher fordert den Empfänger indirekt dazu auf, öfter abzuwaschen.

Missverständnisse auf vier Ebenen
Das Vier-Ohren-Modell hilft uns, mögliche Quellen für Missverständnisse zu erkennen. Beispielsweise könnte der Empfänger der oben genannten Nachricht sich angegriffen oder kritisiert fühlen, wenngleich die Absicht des Sprechers nur darin bestand, eine einfache Beobachtung oder Bitte zu äußern.

Selbst einfache Sätze können zu einer Vielzahl von Interpretationen und damit Missverständnissen führen. In einem Konflikt kann dieses Phänomen die Situation weiter verschärfen. Daher ist es wichtig, sich sowohl als Sender als auch als Empfänger einer Nachricht der verschiedenen Ebenen bewusst zu sein.

Zum Abschluss
Vielen Dank, dass Du bis zum Ende gelesen hast! Was wir hier besprochen haben, ist im Grunde ganz einfach, aber wichtig: Es geht darum, wie wir in schwierigen Situationen miteinander reden. Die Wahl der Worte kann einen großen Unterschied machen. Sagen wir „Du machst nie den Abwasch!“ oder sagen wir „Ich fühle mich überlastet und wünsche mir, öfter Hilfe beim Abwasch“? Der Ton macht die Musik, oder?
Ich erinnere mich an eine Situation mit einem Freund von mir. Er sagte mir ständig, wie ich meine Zeit besser nutzen könnte. Anfangs fühlte ich mich angegriffen. Aber dann haben wir offen darüber gesprochen. Ohne es bewusst zu beabsichtigen, formulierte er es um in eine „Ich-Botschaft“ und sagte: „Ich mache mir Sorgen, dass Du gestresst bist und denke, eine bessere Zeitplanung könnte helfen.“ Plötzlich fühlte ich mich nicht mehr kritisiert, sondern verstanden. Ich war sogar ganz gerührt, dass er sich solche Gedanken um mich machte.
Im Nachhinein erkannte ich auch wieder den Wert der Vier-Ohren: Seine ursprüngliche Nachricht konnte auf verschiedenen Ebenen interpretiert werden. Er wollte mir helfen (Appell), zeigte, dass er sich um mich sorgt (Selbstoffenbarung), aber es kam als Kritik bei mir an (Beziehungsebene). Als wir das erkannten, wurde alles viel einfacher. Die richtige Wortwahl kann der Unterschied sein, der den Unterschied macht.

Also, Ihr Lieben, Kommunikation ist ein lebenslanges Lernen. Es lohnt sich wirklich, diese kleinen Tricks im Alltag anzuwenden. Sie können nicht nur Streitigkeiten vermeiden, sondern auch jede Art von Gespräch verbessern.
Falls ihr Fragen oder Ideen habt, wie man noch „Mehr Miteinander“ reden kann, meldet Euch einfach! Bis dahin, bleibt gesprächsbereit!

Achja, falls Ihr weitere Einzelheiten zu den Ich/Du Botschaften wissen möchtet, kann ich Euch den entsprechenden Wikipedia Artikel empfehlen. Wollt Ihr mehr zu den vier Ohren wissen, dann habe eine interessante Seite gefunden, die Euch mit Einzelheiten und animierten Videos zum Thema versorgt.

Mit konstruktiven Grüßen

Phineas Speicher, Mediator und angehender Psychologe

Phineas - 09:46 @ Kommunikation | Kommentar hinzufügen


 

 
 
 
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